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Der Versuch eine Parallele zu 2015 zu ziehen.

Den nachfolgenden Artikel hat mir kürzlich ein ehemaliger Kollege geschickt und mich gefragt, ob ich heute eine ähnlich aktive Rolle einnehmen werde, da er gern mit mir zusammenarbeiten wolle: (https://www.malteser-hagen.de/presse/newsdetails/article/31611.html)

Das musste ich verneinen, da ich zu der Altersgruppe gehöre, die als besonders gefährdet gilt. Im Hilfsdienst, in der Pflege oder auch als Erntehelfer rät mir jeder zum Verbleib in den eigenen vier Wänden. Mein Aufsichtsratsmandat kann ich per Videokonferenz vom Homeoffice wahrnehmen, meinen Einkauf mit Maske selbst erledigen, Sport betreiben, mich im Garten austoben und die frische Luft genießen. Den Kontakt zur Familien und Freunden halte ich über Medien aufrecht. Ich gehöre allerdings zu den privilegierten Menschen, die auf dem Land leben. Im Prinzip normal und wenig aufregend.

In 2017 habe ich einen Blog geschrieben in dem ich über den Alltag der Flüchtlingshilfe berichtet habe und Schicksale von Betroffenen aufzeigen konnte. Gleichzeitig habe ich versucht Flüchtlingen den Einstieg in das Arbeitsleben flankierend zu ermöglichen.

Heute kann ich mich weniger auf direkt Erlebtes beziehen. Ich bin jedoch immer noch ganz ordentlich vernetzt, habe gute Kenntnisse über den derzeitigen Zustand von mittelständischen Unternehmen und deren Umfeld und ich will nicht akzeptieren, dass man von meiner Generation mehr oder weniger Untätigkeit erwartet. Ich höre immer wieder, dass man die „sogenannten Älteren“ beschützen muss. Das finde ich sehr richtig, aber ich will mitreden, mitgestalten und selbstverständlich auch Verantwortung übernehmen. Ich werde versuchen aktuelle Themen aufzugreifen, Diskussionen auszulösen und freue mich über Beiträge und Anregungen von Euch. Facebookfreunde bitte ich über Messenger mit mir zu kommunizieren. Ich habe Freunde im Ausland die ich gern befragen möchte, wie sie die derzeitige Situation erleben und ich will politische Entscheidungen mit dem Blickwinkel meiner Generation kommentieren, ohne dabei die Verantwortung für meine Kinder aus den Augen zu verlieren. Den Versuch muss ich starten.

Warum starte ich mit einem Rückblick auf 2015? Kann man die Situation von damals mit heute vergleichen?

Die heutige Situation und die daraus zu resultierende Aufgaben sind ungleich komplizierter, aber es gibt zumindest einige Parallelen. Beispielsweise die Anforderung, innerhalb von 3-4 Wochen eine zweifach Turnhalle in Verbindung mit 2 Schützenfestzelten zu einer Aufenthaltsstätte für über 300 Menschen herzurichten war in 2015 eine gewaltige logistische Herausforderung. Sie wurde mit großem Einsatz hervorragend bewältigt.

Im nächsten Schritt haben wir damals ein Team von über 40 Maltesern/innen in kurzer Zeit zusammengestellt und gemeinsam mit vielen ehrenamtlichen Helfern/innen für eine respektvolle Betreuung und Versorgung gesorgt. Die Bewohner haben sich sogar dafür  außerordentlich bedankt. Engagement, Solidarität, Teamgeist und Respekt vor dem Mitmenschen waren die Grundpfeiler für einen unglaublichen Kraftakt, der ja nicht nur von uns in Lippstadt, sondern in Gesamtdeutschland geleistet worden ist.

Aus eigener Erfahrung wusste ich zu dem Zeitpunkt, wie der Mittelstand in erster Linie die Folgen der Finanzkrise bewältigt hat. In der Flüchtlingshilfe habe ich Menschen kennengelernt, die vorbehaltlos Bedürftigen geholfen, jederzeit auch an Wochenenden und Feiertagen gearbeitet, und eigene Interessen zurückgestellt haben. Die Politik hat mit blumigen Worten agiert, wir haben geliefert. Ich habe großes Vertrauen in die Leistungsfähigkeit unsere Gesellschaft und glaube nicht, dass sich die uneinsichtigen Egoisten und Klopapierhorter durchsetzen werden. Unserem ordnungspolitischen System vertraue ich gleichfalls, bei einigen Spitzenpolitikern/innen bin ich skeptisch und habe mir vorgenommen bis zum Ende der Krise von Zuhause einen Beitrag zu leisten.

Ich habe auch vor wieder an irgendeiner Stelle aktiv mitzuarbeiten.

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